Lesung und Gespräch mit dem Zeitzeugen Sally Perel

Am 19. 05. 2017 fand für Schülerinnen und Schüler der 9. Jahrgangsstufe sowie der Klasse 8 c in unserer Aula eine Lesung mit dem Zeitzeugen und Buchautor Sally Perel statt.

In der Begrüßungsansprache drückte unser Schulleiter, Herr Willert, seine Freude darüber aus, dass die Lesung des Zeitzeugen auch in diesem Jahr ermöglicht wurde. Ausdrücklich dankte er Sally Perel für sein unermüdliches Engagement, seine eingen Erfahrungen während der NS-Zeit jungen Menschen zu überliefern.

Der 92-jährige Zeitzeuge und Autor des Buches „Ich war Hitlerjunge Salomon“ wurde 1925 in Deutschland geboren und lebt seit 1945 in Israel. Er berichtete aus seiner eigenen Biographie, wie er als jüdischer Junge sozusagen in der Haut des Feindes die Zeit des Nationalsozialismus 1933 bis 1945 in Deutschland überlebte. Sally Perel erzählte von seiner Kindheit und Jugend in Deutschland, seiner Flucht und der Trennung von seiner Familie und schließlich seinen Erfahrungen in der Schule der Hitlerjugend in Braunschweig. Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 und 9 hörten gebannt zu.

Nicht vorlesend, sondern lebendig erzählend, nahm Sally Perel die Schülerinnen und Schüler mit in seine Kinder- und Jugendtage, die er zur Zeit des einsetzenden Nationalsozialismus in Niedersachsen erlebte. In Polen, auf der Flucht vor dem sicheren Tod, verleugnete der junge Sally seinen Glauben und gab an, Volksdeutscher zu sein. „So überlebte ich inmitten der Nazis, als kleiner, ängstlicher Junge, versteckt unter den Todfeinden“, schilderte Perel. Auf einem Internat der Hitlerjugend tagtäglich der NS-Ideologie ausgesetzt, lebte er bald ein Doppelleben. „In meiner Brust jagten sich zwei Seelen“, beschreibt er, wie die Propaganda der Nationalsozialisten in seinem jungen Kopf nicht ohne Wirkung blieb: „Noch heute stehe ich im regen Kontakt mit dem Hitlerjungen, der ich einst war.“ Die Aufarbeitung sei bis heute nicht abgeschlossen.

Der Autor des autobiographischen Bestsellers „Ich war Hitlerjunge Salomon“ war beeindruckt, als er von dem Besuch einer Schülergruppe unserer Schule in Ausschwitz erfuhr. Und er appellierte an die Jugend: „Besucht Auschwitz, haltet die Wahrheit wach.“

Sally Perel beendete seine Lesung mit einem leidenschaftlichen Appell an die Schülerinnen und Schüler: „So etwas wie der Nationalsozialismus darf in Deutschland nie wieder durchkommen. Mein Zeitzeugnis soll für euch Auftrag werden. Ihr seid die neuen Zeitzeugen. Schalom.“

Im Anschluss an die Lesung nutzten viele Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit zu Nachfragen. Dabei wurde Sally Perel sowohl zu seiner Biografie als auch zu aktuellen friedenspolitischen Themen befragt. Der Autor zeigte sich erfreut über das Interesse der Schülerinnen und Schüler. Am Bücherstand des Verlags konnten Bücher erworben werden, die Sally Perel signierte.

Sally Perel 2017

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