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Die Klasse 8 c des Sophie-Scholl-Gymnasiums beteiligte sich an der Stolperstein-Putzaktion der Gedenkhalle Oberhausen

Mit der Verlegung von Stolpersteinen setzt die Gedenkhalle jährlich in Zusammenarbeit mit dem Kölner Künstler Gunter Demnig für Verfolgte im Nationalsozialismus kleine Denkmäler in der Stadt. In ca. 1200 Orten in Deutschland und vielen anderen Ländern liegen insgesamt über 61.000 dieser Steine. Sie werden dabei am letzten selbstgewählten Wohnort der NS-Verfolgten in den Gehweg eingesetzt. In eine aufgesetzte Messingplatte werden Informationen zu Lebensweg und Schicksal der Opfer eingraviert. Jeder Verfolgte erhält einen eigenen Stein, getreu dem Motto von Gunter Demnig, das er aus dem Talmud, der wohl bedeutendsten Schrift des jüdischen Glaubens, zitiert: „Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“

Die ersten Stolpersteine wurden vor fast 10 Jahren in Oberhausens Gehwege eingesetzt. Es bleibt nicht aus, dass sie nach all den Jahren vom Leben der Straße gezeichnet und dunkel verfärbt sind. Es war höchste Zeit, daran etwas zu ändern. Im Rahmen der Ausstellung "Stolpersteine. Es war gleich nebenan" rief die Gedenkhalle Einzelpersonen, Schulklassen, Vereine, Gemeinden, Parteien und Initiativen aus Oberhausen auf, bei der Aktion mitzumachen und dazu beitragen, dass die Stolpersteine in unserer Stadt wieder glänzen.

Die Klasse 8 c entschloss sich im Rahmen des Politikunterrichts, den Frau Vogel leitet, an der Putzaktion teilzunehmen. Mit Unterstützung von Frau Schiemanowski, Politiklehrerin, wurden acht Steine in der Nähe der Schule ausgesucht und eine Route für die Putzaktion festgelegt. Bevor die Stolpersteine geputzt wurden, recherchierten alle Schülerinnen und Schüler zu den Biografien der NS-Verfolgten und fertigten Plakate an.

Besonders beeindruckt zeigten sich die Schülerinnen und Schüler von der Geschichte der Familie Mayer, die in der Inselstraße lebte. Louis Mayer und Gertrud Mayer besaßen zusammen mit Ernst Klestadt das angesehene Kaufhaus „Mayer & Klestadt“ in Sterkrade. Das Ehepaar hatte eine Tochter, Edith. Als Juden wurde die Familie seit 1933 systematisch verfolgt und ausgegrenzt. In der Pogromnacht 1938 wurde das Kaufhaus verwüstet, kurze Zeit später mussten Mayer und Klestadt ihr Geschäft im Zuge der „Arisierungen“ aufgeben. Louis und Gertrud Mayer wurden 1942 ins Ghetto Izbica deportiert. Hier verliert sich ihre Spur. Wo und wann das Ehepaar ermordet wurde, ist nicht bekannt. Die Tochter Edith Mayer wurde 1938 vom Lyzeum in Sterkrade verwiesen. Das Lyzeum war eine Schule für Mädchen und eine Vorgängerschule des heutigen Sophie-Scholl-Gymnasiums. Kurze Zeit später gelang es ihr, erst 14 Jahre alt, in die USA zu fliehen, wo sie den Nationalsozialismus überlebte.

Am Tag der Putzaktion wurden die Steine zunächst intensiv geputzt. Es kostete Kraft und Mühe, aber als die Steine am Ende wie neu strahlten, waren alle überrascht und erfreut. Es hatte sich also gelohnt! Nun können die Namen und Informationen auf den Stolpersteinen wieder gut erkannt und gelesen werden. Danach trugen die Schülerinnen und Schüler die Lebensgeschichte der Verfolgten anhand der mitgebrachten Plakate und Texte vor. Abschließend stellten sie zum Gedenken an die NS-Verfolgen eine Kerze auf und legten ihre mitgebrachten Rosen nieder.

Sophie-Scholl-Gymnasium Oberhausen

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